Warum sich frisch Verliebte täglich auffressen und Langzeitpaare bestenfalls sonntags miteinander frühstücken

Im letzten Artikel haben wir uns damit beschäftigt, warum wir eigentlich Sex haben. Diesmal möchte ich gerne darüber nachdenken, was dazu führt, dass sich Sexualität im Laufe einer längeren Beziehung so verändert.

 

Diesbezüglich zunächst zwei Grundgedanken:

 

1)      Leidenschaft lebt von Distanz und Abwechslung

 2)      Vertrautheit entsteht durch Gemeinsamkeiten und (Alltags)rituale

 

Wenn zwei Personen aufeinandertreffen, die sich zueinander hingezogen fühlen, wissen sie zunächst noch nicht viel voneinander, außer, dass sie sich interessant und attraktiv finden. Bestenfalls kommen sie einander näher, tauschen zunächst Worte, dann Berührungen und schließlich Körperflüssigkeiten aus. Sie haben das Bedürfnis, so viel wie möglich vom jeweils anderen zu erfahren, wollen regelrecht verschmelzen.

Der Fokus liegt am Beginn jeder Beziehung, im Rausch der Verliebtheit, meist vollkommen auf dem potentiellen Partner. Andere Sozialkontakte werden vernachlässigt, der Job zwar nach Vorschrift erledigt, aber jeder Gedanke kreist um die Person der Begierde, fast alles andere verliert an Bedeutung. Wenn man einander trifft, steht man in ständigem (Körper)kontakt, berührt, küsst und hat Sex. Viel Sex. Guten Sex. Egal wie durchschnittlich er vielleicht auch sein mag. Die Aufregung, das Neue und die Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen, die man automatisch in den oder die neue PartnerIn hineinprojiziert, sorgen dafür, dass sich einfach alles gut anfühlt. Nein, bombastisch, herausragend, ultimativ, lebensverändernd und noch nie dagewesen!

 

Wieso ist das so?

Eine mögliche Erklärung ist, dass eben alles andere, konkret der Alltag, in den Hintergrund tritt. Man konzentriert sich voll auf den Partner/die Partnerin, nimmt jede Berührung elektrisiert wahr, saugt alles auf, was gesagt wird und genießt ganz bewusst. Man kennt sich noch nicht so gut, dadurch bleibt viel Raum für Interpretation und Projektion. Jeder ist bemüht, sich von der besten Seite zu zeigen und gleichzeitig spielt man im Alltag des anderen keine große Rolle, man hat keine (gemeinsamen) Verpflichtungen. Zeit mit dem anderen zu verbringen ist wie Urlaub. Man vertraut sich kleine und größere Geheimnisse an, lässt den anderen an seinem Leben teilhaben und schafft dadurch stabile, emotionale Nähe. Nach einiger Zeit kennt man die Gemeinsamkeiten, weiß über so manche Eigenheit des anderen Bescheid, wird in dessen Freundeskreis  integriert und verlässt nach und nach die einsame Insel der Verliebten, um Hand in Hand in ein neues, gemeinsames Leben zurückzukehren.

Mit der Zeit wird der/die PartnerIn immer mehr in den eigenen Alltag integriert und auch mehr Verantwortung übertragen und übernommen. Der Verliebtheitsrausch legt sich und man hat (endlich) wieder Ressourcen, um sich auf die Arbeit, die Pflege anderer Sozialkontakte oder seine Hobbies zu konzentrieren. Man empfindet die Partnerschaft nun als sicheren Hafen, der Schutz und Geborgenheit und die Möglichkeit bietet, man selbst zu sein. Verstärkt wird alles durch die Entwicklung gemeinsamer Alltagsrituale, die zur weiteren Stabilisierung der Beziehung beitragen. Man ist sich nun vertraut und nicht mehr fremd. Man kennt die Muster des/der anderen und weiß, was er/sie denkt und wie die Partnerin/der Partner reagiert.

In diesem Stadium, das eine Liebesbeziehung nach einigen Jahren zeichnet, ist Sex im besten Falle ein von beiden Beziehungspartnern lieb gewonnenes Alltagsritual, dem entsprechend Raum geboten wird. Die Verführungsanstrengungen beschränken sich beiderseits oft auf die direkte Frage, ob Sexualverkehr gerade erwünscht oder möglich ist und dann wird das gewohnte „Programm“ - meist gibt es ein paar Variationen- abgespult. Selbst wenn einer der Partner Lust hätte, etwas Neues auszuprobieren, ist es erfahrungsgemäß schwierig, dies in einer langjährigen Beziehung zum Thema zu machen. Einerseits möchte man dem/der anderen nicht das Gefühl geben, nicht zu genügen und andererseits besteht die Möglichkeit, dass der ungewohnte Entdeckergeist des einen die Harmonie der Beziehung aus dem Gleichgewicht bringt. Dieses Risiko gehen die meisten nur ungern ein, wenn doch eigentlich eh‘ alles „ganz ok“ ist.

 

Sich gegenseitig wieder einmal aus der „Entfernung“ zu betrachten, inne zu halten und den Körper und die Berührungen des anderen ganz bewusst spüren und wahrnehmen, statt sich in der Alltagsroutine alibimäßig Küsse aufzudrücken und sich zu umarmen. Den Geruch des anderen in sich aufzusaugen, gemeinsam etwas Ver-rücktes (aus dem Alltag Rausgerücktes)  machen, in die jeweils andere  Gedankenwelt einzutauchen und Unterschiede neu zu entdecken, den Partner wieder, wie zu Beginn, „neu“ kennen zu lernen, das wäre ein erster Schritt. Besser gesagt: eine gemeinsame Wanderung, denn es wird neben einiger Zeit auch die Bereitschaft erfordern, sich wahrhaftig zu zeigen und den anderen so zu sehen und zu akzeptieren, wie er ist. Ohne Bewertung.

 

In diesem Sinne: raus aus der Komfortzone!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Pharmagut (Dienstag, 14 November 2017 16:40)

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